Montag, 21. Februar 2011

Dollardämmerung

Die strukturellen Ungleichgewichte auf der Welt geraten außer Kontrolle. Ein weltwirtschaftlicher Umbruch kündigt sich an. Kann der US-Dollar da seine Position als Öl- und Weltwährung halten? Und wie reagiert man in Washington auf die jüngsten Unruhen im nahen Osten, in Tunesien, Ägypten und Libyen? Wenn die Sicherheit der Energieversorgung infrage gestellt wird, schlägt das US-Imperium schon mal mit militärischer Härte zurück – so geschehen 2003 im Irak.

Spannung ist allemal angesagt. Denn der Dollar ist als Reservewährung nur deshalb noch stark, weil die USA Schulden über Schulden auftürmen – und ihn dadurch letztlich schwächen. Damit schwindet der Wert der Dollarreserven außerhalb der USA. Eine Flucht aus dem US-Dollar würde in diesen Ländern den Kurs aber noch weiter absacken lassen und die eigene Währung aufwerten. Dies wieder­um verteuerte die Exporte. Armes Deutschland.

Die globale Dominanz des Westens unter der Vorherrschaft der USA könnte von einer neuen Wirtschafts- und Finanzordnung abgelöst werden. Aber wäre die mit dem Yuan chinesisch? Oder mit dem Euro europäisch? Kann der häufig beschworene Niedergang der US-Hegemonie gestoppt werden? Welche einigermaßen stabile Konstellation wird aus dem chao­tischen Nebel der Dollar­dämmerung emporsteigen? Vielleicht eine ganz andere, als es sich alle Beteiligten derzeit vorstellen.

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