Montag, 11. April 2011

AG auf den Prüfstand

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Puma: Die freie Marktwirtschaft erfordert Grenzen" vom 05.04.2011:
Der Ansatz von Herrn Zeitz geht ja schon mal in eine richtige Richtung, auch wenn man noch nicht so ganz erkennen kann, was letztendlich tatsächlich damit beabsichtigt ist. Wenn es Herrn Zeitz allerdings wirklich Ernst ist mit dem Umweltbewusstsein seines Unternehmens, dann sollte er unter diesem Aspekt doch lieber mal die Rechtsform der AG in Frage stellen. Die AG führt nämlich generell unter dem Wachstumsdrang zu einer immer stärkeren Tendenz zu spekulativen Auswüchsen, d.h. zur Bildung von Finanzblasen, die, wenn sie platzen, zu Wirtschaftskrisen ausarten können (siehe 2008). Der Drang nach „unendlichem“ Wachstum steht aber mehr und mehr im Konflikt mit der Endlichkeit der natürlichen Ressourcen in der Welt. Solange der Aktionär aber eher an der Steigerung der Aktienkurse, als an der Dividende interessiert ist und die Steigerung der Aktienkurse von der steten Reinvestition eines großen Teils der Gewinne mit Aussicht auf eine unendliche Folge von Gewinnen aufgrund des erwarteten Wachstums abhängt, wird sich kaum etwas ändern.

Das weiß sicherlich auch Herr Zeitz. Falls nicht, empfehle ich ihm (und jedem Interessierten) das Buch „Vorwärts zur Mäßigung“ von H. C. Binswanger (pikanterweise der Doktorvater von Josef Ackermann), um seinem Unternehmen grundlegend eine umweltkonforme Ausrichtung zu verleihen. Aber dazu wird er ja im Aufsichtsrat demnächst die beste Gelegenheit haben.

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