Mittwoch, 6. April 2011

Basel III reicht nicht



Mein Kommentar in "FAZ.NET" zum Artikel "Boykottaufrufe und Drohbriefe: Landesbanken laufen gegen Stresstests Sturm" vom 05.04.2011:
 


Manche sehen in Basel III die Antwort darauf, dass die Regulierung dabei versagt hat, die Finanzkrise zu verhindern. BIII alleine wird aber die nächste Krise nicht verhindern.
Erstens zu geringe Kapitalquoten: Wenn das benötigte Kapital in Bezug auf die Verluste der aktuellen Krise berechnet wird, dann wird ungenügend berücksichtigt, dass die Banken massiv von der Regierung (dem Steuerzahler) unterstützt wurden und eine implizite Garantieerklärung ausgestellt bekamen.
Zweitens Kapitalbedarf auf Basis der Risikobewertung von Vermögensanlagen: Solche Bewertungen stammen aus alten Erfahrungen. Aber wenn die Situation eintritt, dass Kapital benötigt wird, um mögliche Verluste auszugleichen, ist das genau falsch.
Drittens Konzentration auf die Aktivseite der Bankbilanzen: Ob die BIII-Maßnahmen die Risiken angemessen berücksichtigen, die aus ungenügenden Kapital-Quoten und einer riskanten Verbindlichkeiten-Struktur resultieren, wird sich erst zeigen.
Wenn es ein wirkliches Bedürfnis nach sicheren Einlagen gibt und sowohl Gewinne als auch Kosten bei einer Stelle anfallen sollen, dann ist der einzige Weg dorthin, das Zahlungssystem von der risikobehafteten Kreditvergabe zu trennen – also das fraktionale Reservesystem abzuschaffen.

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