Donnerstag, 9. Juni 2011

Sama-sama

Morgendämmerung an der Nordküste von Bali. Wir sind mit zwei Einheimischen verabredet. Sie wollen uns in ihren Einbaumbooten mit aufs Meer nehmen: Dolphin-Watching! Kurz nach sechs Uhr stechen wir in See, Kurs Nordost. Schon bald schiebt sich auf der rechten Seite der heilige Berg Balis, der mächtige Vulkan Gunung Agung, eindrucksvoll in unser Blickfeld. Schräg voraus tauchen in der Ferne die vagen Umrisse von Balis Nachbarinsel Lombok aus dem leichten Dunst auf. Eine traumhafte Kulisse für das Schauspiel, was sich uns nur wenige Augenblicke später darbietet: Die aufgehende tropische Sonne taucht die gesamte Szenerie in ein unwirkliches Farbenspiel von unvorstellbarer Schönheit. Wir staunen und genießen. 


Nach etwa zwei Stunden stehen wir wieder am Strand. Delphine haben wir keine gesehen. Und dennoch sind wir sicher, ein einmaliges Erlebnis hinter uns zu haben. Wir haben auch viel gesprochen mit den beiden Männern, die uns von ihrem einfachen Leben berichteten. Sie seien sehr glücklich und zufrieden hier, erzählen sie uns, und dass sie umgerechnet nur etwa 70 Euro im Monat zum Leben benötigten. Wir sind uns bewusst, dass viele ihrer Mitmenschen hier mit weit weniger auskommen müssen.

Wir bedanken uns herzlich bei ihnen und fragen nach dem Preis für den Ausflug. Sie wirken total überfordert. Nicht etwa, weil sie uns nicht verstanden hätten, sondern weil sie sich darüber im Vorwege überhaupt keine Gedanken gemacht hatten. Wichtig war für sie primär, uns einen Gefallen zu tun, uns zu Diensten zu sein. Später erfahren wir, dass diese Denkweise typisch ist für die Einheimischen, die noch nicht allzu sehr vom Tourismus westlicher Prägung und damit vom kapitalistischen Gedankengut verdorben sind.

Wir geben den Männern eine unserer Meinung nach ordentliche Bezahlung. Sie wirken zufrieden. Sicherheitshalber erkundigen wir uns später bei der Schwester des einen noch mal, ob der Betrag angemessen war. Alles in Ordnung. Terima kasih banyak – vielen Dank. Sama-sama – gern geschehen!

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