Samstag, 11. Juni 2011

Schluss mit der Alchemie

An dieser Stelle mag vielleicht der Hinweis auf eine Rede des Gouverneurs der Bank von England hilfreich sein, in der Mervyn A. King sehr dezidiert und mit profundem Fachwissen die Gründe für die jüngste Banken- und Finanzkrise erläutert: http://goo.gl/OITXe

Und er liefert auch gleich die notwendigen Vorschläge mit, die zur Verhinderung einer weiteren, dann allerdings noch sehr viel heftigeren Krise des Bankensystems dienen könnten:
King sieht die Lösung am ehesten in der radikalen Abschaffung des bestehenden (fraktionalen Reserve-) Systems, da es für ihn nichts anderes als Alchemie darstellt, wenn angeblich risikolose Einlagen von risikobehafteten Anlagen gedeckt werden.

Banken sollten sich viel stärker durch Eigenkapital, als durch kurzfristige Verbindlichkeiten finanzieren. „Viel, viel mehr Eigenkapital und viel, viel weniger kurzfristige Verbindlichkeiten. Riskante Investments können nicht anders finanziert werden.“ ruft er Ihnen zu. Kings Ausführungen machen deutlich, dass wir dringend ein neues Finanzsystem brauchen, welches die Zockerei von der wirtschaftlich notwendigen Kreditvergabe trennt und die Geldschöpfung hinsichtlich Menge und Verwendung für die Allgemeinheit kontrollierbar macht, anstatt die Bankbilanzen in gesamtwirtschaftlich riskanter Weise aufzublähen. 

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Finanzkrise: Einfach nicht lernfähig" vom 10.6.2011


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