Montag, 18. Juli 2011

Der Euro ist tot, es lebe der Euro!

Am 01. Januar 2002 wurde der Euro zum offiziellen Zahlungsmittel in Deutschland. Nun, um knapp zehn Jahre vorwiegend überflüssiger Erfahrungen reicher und um etliche zig Milliarden Euro ärmer (=betrogen), steht der Bürger vor dem Scherbenhaufen dieses zweifelhaften Projekts einiger weniger selbsternannter und publicityversessener so genannter Europapolitiker. Für viele von ihnen ist es offensichtlich nicht leicht, Fehler einzugestehen, insbesondere Fehler dieses Ausmaßes. Es überrascht daher nicht, dass ihre Reaktion zum bevorstehenden endgültigen Scheitern des Euro nicht die notwendige Richtungsänderung ist, sondern eher: „Was wir getan haben, war richtig, aber noch nicht genug“.

So gesehen scheint nun eine Transferunion zwar die logische, unausweichliche letzte Konsequenz des derzeit eingeschlagenen Weges der europäischen Politik zu sein. Ob uns jedoch auch noch dieses Szenario des Schreckens ereilen wird, darf vor dem Hintergrund der dann insbesondere auf Deutschland (jährlich etwa 75 Milliarden Euro zusätzlich) und die anderen „Euro-Geldgeberländer“ wie Österreich, die Niederlande und Finnland zukommenden erheblichen Mehrbelastungen bezweifelt werden. 

Vielmehr ist vorher mit dem Zusammenbruch der Eurozone zu rechnen. Dafür sprechen vor allem zwei Gründe: Zum einen wachsen schon jetzt die politischen Spannungen innerhalb und zwischen den Mitgliedsstaaten und die gegenseitigen Beschuldigungen werden zu ungeahnter Lautstärke anschwellen, weil jede Regierung bemüht sein wird, den Zorn der Bürger in eine andere Richtung zu lenken: Verantwortlich für den Schaden werden „die verfluchten Ausländer“ sein. Zum anderen dürfte das Vertrauen der Anleihemärkte in die fiskalische Nachhaltigkeit einer mit derartigen Institutionen ausgestatteten Eurozone spürbar sinken.

Vom europäischen Binnenmarkt im Vor-Euro-Zeitalter wissen wir, dass er funktioniert hat, und zwar ausgezeichnet und erfolgreich. Die Computer werden auch im Nach-Euro-Zeitalter die Wechselkursdifferenzen in Bruchteilen von Sekunden berechnen. In diesem Sinne stellen wir also fest: 

Der Euro ist tot, es lebe der Euro. 

Und zwar zukünftig hoffentlich nur noch als reine Verrechnungseinheit (analog dem seinerzeitigen ECU) zwischen unabhängigen europäischen Währungen in einem Wechselkursverbund. „Dann hätten wir wieder eine Zukunft – dann hätte Europa wieder eine Zukunft ... Denn was wir doch vermeiden wollen und müssen: Dieses Mega-Europa, was hinter der Euro-Idee steht, diese zweiten Staaten von Amerika, dieser Globalplayer, das ist doch nichts weiter als eine neue Sowjetunion mit marktwirtschaftlichem Tarnanstrich. Ein Politbüro in Brüssel, das auch noch auf den fatalen Namen Kommission hört ... also ein Europa der Kommissare, ein Europa als Wirtschaftsregierung ist Camouflage. Das sind nur Worte für eine von oben gelenkte zentralistische Wirtschaft, vor allen Dingen aber für eine Nicht-Demokratie.“ Zitat: Prof. Wilhelm Hankel am 09.06.2011 in Wien.


Denn hat der Euro bislang die Freiheit der Menschen in den Mitgliedsstaaten vergrößert? Wohl kaum. Der Grund, warum Demokratie funktioniert, liegt nämlich darin, dass die Strecke zwischen Bürger und Regierung so kurz und so gerade wie möglich ist. Das erreichen wir durch das Prinzip der Wahlkreise, in denen Abgeordnete gewählt werden, die uns am Sitz der Regierung vertreten. Was aber haben wir davon, wenn wir nur einen dienstbaren Laufburschen für ein Heer von Bürokraten in Brüssel und eine Gruppe ebenso wenig demokratisch legitimierter Banker in Frankfurt haben?

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