Montag, 8. August 2011

Bewunderer der Aktienbörsen

"In diesen Tagen gehen die Aktienkurse zurück. Unsere Medien sind voll von Meldungen und Kommentaren. Die Börsenberichterstatter tun so, als handele es sich um einen volkswirtschaftlich wichtigen Vorgang. Sie wissen auch genau, worauf diese Änderung an den Aktienbörsen zurückzuführen ist. Von der entscheidenden Ursache der Kursschwankungen, von der allgegenwärtigen Spekulation, ist nicht die Rede...

...Wann endlich lernen Wirtschaftsjournalisten, dass die Aktienmärkte vor allem von der Spekulation getrieben werden und deshalb auch das Steigen und das Sinken der Kurse volkswirtschaftlich ziemlich irrelevant ist...

...Aber auch einzelwirtschaftlich betrachtet sind die zitierten Wertungen und die zur Zeit oft zu sehenden traurigen Gesichter der Journaille an den Börsen unangebracht...

...Bei steigenden Aktienkursen entstehen bei den Inhabern der Aktien Kursgewinne, das sind Buchwerte.. Wenn sie sinken, landen Eigentümer vielleicht wieder da, wo sie eingestiegen sind. Oder sie machen sogar einen kleinen Gewinn. Oder Verlust. Mit geschaffenen oder vernichteten Werten hat dies nichts zu tun...

...Wieso Anleger quasi wie Experten präsentiert werden, ist das Geheimnis dieser Journalistinnen und Journalisten. Dass sie noch keine Distanz zu den Analysten gewonnen haben, ist ein besonderes Armutszeugnis. Denn die so genannten Analysten haben sich in den letzten Jahren wirklich nicht als erkenntnisreich erwiesen..."



Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie leicht Aktienkurse manipuliert werden können, gilt es, den Kursfindungsmechanismus einmal in seiner grundsätzlichen Einfachheit zu betrachten: 

Angenommen, ein Unternehmen geht an die Börse und gibt nur eine einzige Aktie aus. Ist der Preis für diese Aktie aber zu hoch, dann wird sich zunächst kein Käufer finden. Der Kurs der Aktie fällt so lange, bis sich ein Käufer findet. Der Preis, den dieser Käufer bezahlt, ist dann der aktuelle Kurs der Aktie.
Umgekehrt funktioniert es dann genauso: Selbst, wenn jemand nur diese einzige Aktie kaufen will und der Verkäufer zunächst nicht bereit ist, sie zu verkaufen, wird der Kurs der Aktie so lange steigen, bis der Verkäufer es sich anders überlegt. 

In dem Moment also, wo der Kurs einer Aktie nicht mehr rationalen Beurteilungen wie der Höhe der Dividende unterliegt, sondern spekulativ wird, ist es denkbar einfach, durch Absprachen zu manipulieren und irrationale Gewinne zu erzielen.

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