Mittwoch, 7. September 2011

Falscher Ansatz


Die LSE? Ist das nicht jene Hochschule, die 2008 wegen ihres an Saif al-Islam al-Gaddafi verliehenen Doktorgrades in die Kritik geriet und gerade noch im Februar dieses Jahres eine Spende des amerikanischen Hedge-Fond Managers John Paulson über 2,5 Millionen Pfund für die Einrichtung eines Lehrstuhls über die Zukunft des europäischen Finanzwesens erhielt? Kein Wunder also, wenn sich gerade dort zwei gutbetuchte Ökonomen aus den USA, der Hochburg des globalisierten Kapitals, zu „evidenzbasierter Entwicklungshilfe“ äußern und damit nur eine neue Methode des Herumdokterns an Symptomen eines kranken Finanzsystems propagieren.

Dabei sollten sie doch am besten wissen,  dass es allein die Herren des globalisierten Kapitals sind, die täglich über Leben und Tod von über zwei Milliarden Hungernden auf der Welt entscheiden: Durch ihre Investitionsstrategien, ihre Währungsspekulationen und die politischen Bündnisse, die sie eingehen. Die grundsätzliche Lösung liegt deshalb nicht in einer Optimierung der Entwicklungshilfe, sondern einzig und allein in einer umfänglichen, radikalen Reform des bestehenden Geld- und Finanzsystem

Die Zeit für Experimente läuft nämlich langsam ab. Denn die Lage der Ärmsten in der Welt nimmt unerträgliche Ausmaße an:

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Entwicklungspolitik - Was wirklich hilft" vom 02.09.2011

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