Montag, 12. September 2011

Wer den Sumpf trocken legen will, darf nicht die Frösche fragen

Kann mal irgendjemand sagen, wer sich namentlich hinter jener ominösen „Troika“ verbirgt? Wer sind eigentlich diese Experten von EU, EZB und Internationalem Währungsfond, auf deren Hinweise alle Politiker und Journalisten ständig warten und auf deren Rat ganze Regierungen reagieren? 

Handelt es sich bei diesen Experten vielleicht auch wieder um jene Art von systemfreundlichen Finanzwissenschaftlern und Bankern, die bei der Beurteilung des aktuellen Geld- und Finanzsystems schon ihre Analysen und Empfehlungen von sich gegeben haben? Dann werden wohl auch hier keine substantiellen Reformen zum Wohle der Allgemeinheit zu erwarten sein. Weder in Griechenland noch sonst wo. 
In wenig informativen und theorielosen Ursachenaneinanderreihungen der jüngsten Finanzkrise kommen diese Experten nämlich – wenn überhaupt – doch nahezu ausnahmslos zu dem Schluss, dass bei Abwägung aller Fakten ein Festhalten an der Effizienzmarkthypothese die beste Lösung darstellt, also im Prinzip ein „weiter so“.  
Wohin uns das gebracht hat, kann man jederzeit problemlos am Zustand unserer Gesellschaft (wachsendes Geldvermögen weniger, aufgetürmt auf den Schulden vieler in der Welt) ablesen. Was daraus wird, sieht man auf den Straßen von Athen, London und Madrid. 

Mein Kommentar in "FAZ.NET" zum Artikel "Die „Troika“ reist wieder nach Athen" vom 12.09.2011

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