„Die Globalisierung, bei allem, was bestritten wird, ist natürlich weltweit
ein Wohlstandsprojekt." So Wolfgang Schäuble jüngst in Frankfurt.
Der Vogel Strauß steckt den Kopf in den Sand und erfreut sich am warmen
Wind, der über seinen Rücken streicht – bis ihm klar wird, dass sein Kopf nicht
im Sand, sondern im Unrat der Slums der Megacities steckt, den ein ständig
wachsendes Millionenheer von Armen produziert hat, und dass ihm nicht der Duft
von frischer Erde entgegenschlägt, sondern der Geruch von hungernden Kindern,
von denen alle fünf Sekunden eines auf der Welt stirbt, und dass er nicht das
ferne Trappeln von frei lebenden Steppentieren wahrnimmt, sondern die hastigen
Schritte verzweifelter Menschenmassen auf der Suche nach Arbeit, und dass der
warme Wind auf seinem Rücken vom Verbrennen der von Menschenhand im Namen des
Wirtschaftswachstums gefällten Bäume herrührt.
Dabei gäbe es genug Essen für 12 Mrd. Menschen.
Warum sagt es denn keiner, dass es die Herren des globalisierten Kapitals
sind, die täglich über Leben und Tod von über zwei Milliarden Hungernden auf
der Welt entscheiden: Durch ihre Investitionsstrategien, ihre
Währungsspekulationen und die politischen Bündnisse, die sie eingehen. Die
Lösung liegt eindeutig und ausschließlich in einer umfänglichen, radikalen
Reform des bestehenden Geld- und Finanzsystems.
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