Dienstag, 29. November 2011

Zeichen eines Wohlstandsprojekts?


„Die Globalisierung, bei allem, was bestritten wird, ist natürlich weltweit ein Wohlstandsprojekt." So Wolfgang Schäuble jüngst in Frankfurt.

Der Vogel Strauß steckt den Kopf in den Sand und erfreut sich am warmen Wind, der über seinen Rücken streicht – bis ihm klar wird, dass sein Kopf nicht im Sand, sondern im Unrat der Slums der Megacities steckt, den ein ständig wachsendes Millionenheer von Armen produziert hat, und dass ihm nicht der Duft von frischer Erde entgegenschlägt, sondern der Geruch von hungernden Kindern, von denen alle fünf Sekunden eines auf der Welt stirbt, und dass er nicht das ferne Trappeln von frei lebenden Steppentieren wahrnimmt, sondern die hastigen Schritte verzweifelter Menschenmassen auf der Suche nach Arbeit, und dass der warme Wind auf seinem Rücken vom Verbrennen der von Menschenhand im Namen des Wirtschaftswachstums gefällten Bäume herrührt.


Warum sagt es denn keiner, dass es die Herren des globalisierten Kapitals sind, die täglich über Leben und Tod von über zwei Milliarden Hungernden auf der Welt entscheiden: Durch ihre Investitionsstrategien, ihre Währungsspekulationen und die politischen Bündnisse, die sie eingehen. Die Lösung liegt eindeutig und ausschließlich in einer umfänglichen, radikalen Reform des bestehenden Geld- und Finanzsystems.

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Knapperes Ackerland, mehr Hunger" vom 28.11.2011


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