Die Funktionsweise von Geld ist seit jeher von Interessen
geleitet. Die Interessenslagen haben sich über die Zeit etliche Male geändert.
Gleich geblieben ist das Prinzip: Ein paar wenigen Intellektuellen gelingt es
in einer allgemeinen gesellschaftlichen Notlage, den jeweils Herrschenden ein
System zu verkaufen, welches die Zufriedenheit der Massen steigert, damit die
Führungsposition der Eliten festigt und ihnen selbst eindeutige materielle
Vorteile zu Lasten der anderen verschafft. Selbst wenn die Umstände nach
einiger Zeit ganz andere sind, unterbleibt das Hinterfragen der Grundsätze.
Fehlentwicklungen werden auf nicht systemkonformes Verhalten Einzelner oder ganzer Gruppen geschoben, was derzeit in Europa bis hin zu Rückfällen in den Nationalismus
des frühen 20. Jahrhunderts führt.
Wesentlich für die Glaubwürdigkeit und die Dauerhaftigkeit
eines solchen Systems ist die gleichzeitige erfolgreiche Etablierung und
Fortschreibung einer beschaulichen Geschichte, die die Massen beruhigt und sie
davon ablenkt, die wahren Zusammenhänge zu hinterfragen. So tragen sie nach und
nach ohne Murren die Last, weil ihnen ja suggeriert wird, dass anderenfalls ein
vernichtender Rückfall in schlimme Zeiten unausweichlich ist. Die Wenigen
hingegen, die das System verstehen, sind so sehr an seinen Profiten
interessiert oder so abhängig von ihm, dass von ihnen keine Opposition zu
erwarten ist.
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