Dienstag, 19. Juni 2012

Imagekrise


Ständig ist in den Medien von „Schuldenkrise“ die Rede. Da fragt sich der interessierte Laie doch allmählich: Wer oder was hat denn die Schulden bloß in die Krise geführt? Antwort: Ihr Image. Schulden sind immer böse, sparen ist immer gut. Wer viele Schulden hat, ist bald pleite, wer viel spart, ist fein raus. So einfach ist das. Man muss es nur oft genug sagen oder von Experten in Talkshows oder der Boulevardpresse bestätigen lassen und schon glaubt es alle Welt. Zumindest hier in Deutschland. 



In Japan seltsamerweise nicht. Da sind Schulden überhaupt nichts schlechtes, obwohl die prozentual noch bedeutend mehr davon haben als wir hier oder sogar als die Griechen. Kann also nur am Euro liegen, denn die Japaner haben ja den Yen. Und der hat offenbar ein gutes Image. Deshalb bekommen die Japaner nach wie vor von aller Welt bzw. allen Banken Kredit, und zwar sehr günstig. Fazit: Schulden und Euro passt nicht zusammen – der Yen muss her. Zumindest gedanklich. Dann sind die Schulden bestimmt schnell aus der Krise. Aber wenn Schulden plötzlich gut sind, wie steht dann das Sparen da?


Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "ZEW-Konjunkturindex bricht ein" vom 19.06.2012  

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