Dienstag, 17. Juli 2012

Augenwischerei

"Die Politik will Banken zwingen, mehr Eigenkapital vorzuhalten. Die wehren sich und sagen, das schade der Konjunktur. Doch die Argumente der Lobby sind nicht stichhaltig."

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Die Bankenlobby spielt falsch" vom 17.07.2012:


Außerdem können sich die Geldinstitute auf der Grundlage der mark-to-market-Regel bilanziell gesund rechnen, wobei noch nicht realisierte Gewinne durch Aufblähung der Vermögenswerte die Eigenkapitalquote in die Höhe schießen lassen. So darf es nicht verwundern, dass die eigentlich relevante nicht gewichtete (bezogen auf die Risikopositionen) bilanzielle Eigenkapitalquote selbst bedeutender deutscher Banken bis dato nach wie vor nur bei etwa 2% liegt. Vergleicht man diesen Wert mit den entsprechenden Zahlen nichtfinanzieller Unternehmen, bei denen die Bilanzsumme nicht selten das zwei- bis dreifache des Eigenkapitals aufweist und damit die Eigenkapitalquote bei maximal 50% liegen kann, wird deutlich, wie ein impliziter Rettungsschirm wirkt. Vielen Dank, Frau Merkel. http://tinyurl.com/csfqwc4

Und dann immer diese wüsten Drohungen mit der Kreditklemme. Mal angenommen, die (Schatten-)Banken würden sich tatsächlich weigern, Staatspapiere zu kaufen. Schön, dann wäre es das Einfachste von der Welt, wenn die Notenbank von da an aufhören würde, diesen Spielern direkt oder indirekt Liquidität zu Verfügung zu stellen. Stattdessen würde sie dem Staat dessen Anleihen einfach direkt abkaufen oder in ihr Portfolio übernehmen und ihn dadurch mit Geld versorgen. Was wäre dann? Der ganze Spuk wäre mit einem Schlag vorbei und jeder würde sehen, dass man das Bankensystem in dieser Form und den Casino-Betrieb überhaupt nicht braucht. http://tinyurl.com/cafxo5v


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