Mein Kommentar in "DWN" zum Artikel "Merkel kündigt Ende des Wohlfahrtsstaats an" vom 17.12.2012:
Hallo Frau Merkel,
versuchen Sie
doch bitte einmal mit mir gemeinsam über Ihren einzelwirtschaftlich geprägten
Horizont hinaus zu schauen:
Eine Volkswirtschaft kann durch das Sparen von Geld nicht reicher werden. Die Summe
aller Geldvermögen und Schulden ist immer Null. Die Höhe der Geldvermögen
bestimmt die Höhe der Schulden. Um die Schulden in der Volkswirtschaft zu
senken, etwa die Verschuldung des Staates, müssten auch die Geldvermögen (der
Reichen und/oder der Unternehmen) abgebaut werden.
Ohne die Geldvermögen des
privaten Sektors abzubauen, muss der Versuch Ihrer Regierung, das
Haushaltsdefizit zu senken, immer scheitern. Oder Ihre Regierung findet einen
anderen Schuldner und zwingt diesem die Schulden auf (zum Beispiel wie derzeit
durch Exportüberschuss dem Ausland oder wie Sie es anstreben, den Armen), die sie
selber im Haushalt nicht mehr machen will.
Prinzipiell dient
aber die Forderung nach einem Haushaltsausgleich in einer Krise immer der
Verschärfung dieser Krise. Denn in einem Markt muss der Saldenausgleich
(Forderungen = Schulden) erzwungen werden, indem die Einkommen plötzlich
sinken, so dass die Sparer weniger sparen können und die Schuldner mehr
Schulden machen müssen, als sie eigentlich geplant und beabsichtigt hatten. Der
Saldenausgleich erfolgt also durch den Zusammenbruch der Volkswirtschaft, wenn
die geplanten Ersparnisse größer sind als es die geplante Verschuldung ist. In diesem
Sinne wünsche ich Ihnen noch viel Spaß mit Ihrer Schuldenbremse.
pinkepinke
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