Montag, 17. Dezember 2012

Wohlfahrtsträume ade?



„Bundeskanzlerin Angela Merkel glaubt nicht, dass die europäischen Wohlstands-Staaten auf Dauer zu finanzieren seien. Alle müssten aufhören, mehr auszugeben als sie einnehmen. Sonst gehe die globale Wettbewerbsfähigkeit verloren - wie man es in der DDR erlebt habe.“

Mein Kommentar in "DWN" zum Artikel "Merkel kündigt Ende des Wohlfahrtsstaats an" vom 17.12.2012:


Hallo Frau Merkel,

versuchen Sie doch bitte einmal mit mir gemeinsam über Ihren einzelwirtschaftlich geprägten Horizont hinaus zu schauen:

Eine Volkswirtschaft kann durch das Sparen von Geld nicht reicher werden. Die Summe aller Geldvermögen und Schulden ist immer Null. Die Höhe der Geldvermögen bestimmt die Höhe der Schulden. Um die Schulden in der Volkswirtschaft zu senken, etwa die Verschuldung des Staates, müssten auch die Geldvermögen (der Reichen und/oder der Unternehmen) abgebaut werden. 

Ohne die Geldvermögen des privaten Sektors abzubauen, muss der Versuch Ihrer Regierung, das Haushaltsdefizit zu senken, immer scheitern. Oder Ihre Regierung findet einen anderen Schuldner und zwingt diesem die Schulden auf (zum Beispiel wie derzeit durch Exportüberschuss dem Ausland oder wie Sie es anstreben, den Armen), die sie selber im Haushalt nicht mehr machen will.

Prinzipiell dient aber die Forderung nach einem Haushaltsausgleich in einer Krise immer der Verschärfung dieser Krise. Denn in einem Markt muss der Saldenausgleich (Forderungen = Schulden) erzwungen werden, indem die Einkommen plötzlich sinken, so dass die Sparer weniger sparen können und die Schuldner mehr Schulden machen müssen, als sie eigentlich geplant und beabsichtigt hatten. Der Saldenausgleich erfolgt also durch den Zusammenbruch der Volkswirtschaft, wenn die geplanten Ersparnisse größer sind als es die geplante Verschuldung ist. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch viel Spaß mit Ihrer Schuldenbremse

pinkepinke


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